Doppelspieltag gegen die Schachfreunde Nickenich – Sieg und Niederlage für die Talentschmiede

Nickenich. Während die erste Mannschaft beim Heimspiel mit 5:3 die Oberhand behielt, musste die Zweite bei ihrem Saisonauftakt in Nickenich ihrer Unerfahrenheit Tribut zollen und verlor mit 1,5 zu 3,5.

Die 2. Mannschaft trat als Aufsteiger in der A-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel ersatzgeschwächt gegen Nickenich an. An den ersten beiden Brettern punkteten Jonas Naumann mit einem Remis und der Vorsitzende der Talentschmiede Dr. Robert Kaufmann konnte seine spielstarke Gegnerin sogar niederringen. Allerdings verloren Fjodor Jung, Hussam Itani und der frischgebackene U10-Bezirksmeister Ben Petersen, wobei die beiden letztgenannten ihr Debut im Wettkampfsport Schach für die Ahrtaler gaben. „Wenn ich an meinen ersten Mannschaftskampf zurückdenke, dann kann ich nur sagen, haben die Beiden es trotz der Niederlage sehr gut gemacht, denn sie hatten beide Gewinnmöglichkeiten und haben lange Paroli geboten“, so Spielertrainer Thorsten Kammer.

Dieser führte die erste Mannschaft der Talentschmiede am zweiten Spieltag der Rheinlandliga mit einem frühen Punkt an Brett 5 auf die Siegerstraße. Spitzenbrett Luca Häusler fasste die Partie treffend zusammen. „Als ich zu Beginn auf das Brett schaute, war es eine langweilige Abtauschvariante und beim zweiten Mal war der Angriff von Thorsten bereits durchgeschlagen“. Kurz danach gewann Christian Wolf am Nachbarbrett. Seine scheinbaren Bauernverluste waren wohlkalkulierte Opfer, die ihm einen unwiderstehlichen Angriff gaben, den er mit einem schönen Matt krönte. Jürgen Kaster remisierte an Brett 4 in dem er eine dreimalige Stellungwiederholung anstrebte, um in unklarer Stellung nicht noch in Verlustgefahr zu geraten. Helmut Bürger an Brett 3 opferte bereits in der Eröffnung einen Bauern, hatte aber immer gute Kompensation. Sein Druck wurde immer größer, so dass sein Gegner die Stellung nicht mehr verteidigen konnte und aufgab. Wie bitter und brutal Schach ist, musste Mannschaftskapitänin Elisa Naumann erleben. Gesundheitlich angeschlagen spielte sie dennoch ihren höher eingestuften Gegner an die Wand. Statt noch eines Sicherungszuges hatte sie nur das einzügige eigene Matt vor Augen und übersah dabei die einzige Gegenchance ihres Opponenten und wurde selbst Matt gesetzt. Gedanken an den letzten Spieltag und viele verpasste Chancen kamen auf. Auch weil Tobias Naumann für ein Wechselbad der Gefühle sorgte. Mal stand er schlecht, dann auf Gewinn und zu guter Letzt wurde der Punkt geteilt. Luca Häusler am ersten Brett hatte eine komplizierte Stellung auf dem Brett, die er besser behandelte als sein Gegenüber. Dieser griff zwar vehement an und scheute sich auch nicht Material zu opfern, konnte aber die Verteidigung nicht brechen und gab dann wegen Materialmangels auf, sodass der Kampf gewonnen war. Die abschließende Niederlage von Julian Köhler, der erst ein Remisangebot ausgeschlagen hatte, um dann nach einem Opfer noch zu verlieren, viel glücklicherweise diesmal nicht ins Gewicht. Durch diesen Sieg konnte die Talentschmiede ihr Punktekonto nach der unglücklichen Niederlage in Trier ausgleichen.

Knappe Niederlage in Trier zum Saisonstart

Ahrtal. Alles andere als glücklich verlief der Auftakt des Schachclubs Talentschmiede Ahrtal in der Rheinlandliga. Es wurden reihenweise halbe Punkte gegen die SG PST-Treier/Bernkastel verschenkt, sodass am Ende eine unnötige Niederlage stand.

Am fünften Brett konnte Spielertrainer Thorsten Kammer sein Glück kaum fassen, kam doch eine Eröffnung aufs Brett, die kurz davor Gegenstand des Trainings war. In gewinnträchtiger Stellung ließ er zu viele Abtausche zu und so verebbte die Stellung zum Remis. An Brett sieben schätzte der kurzfristig eingesprungene Dr. Robert Kaufmann die Stellung falsch ein und landete trotz guter Chancen statt in einem gewonnenen in einem verlorenen Endspiel. Fast zeitgleich glich Helmut Bürger aus. Mit den weißen Steinen spielte er von Anfang an auf Angriff und konnte durch eine schöne Kombination Material gewinnen, das er sehr souverän verwertete.

Danach verlor Roman Windscheif seine Partie. Er hatte lange passiv gestanden, sich aber im Mittelspiel befreit und eine ausgeglichene Stellung erreicht, die er dann aber in ein verlorenes Bauernendspiel abwickelte. Nach diesem Zwischenstand war klar, dass an einem der verbleibenden Bretter ein kleines Wunder geschehen musste, um die Niederlage abzuwenden. Luca Häusler am Spitzenbrett und Jürgen Kaster an Brett 4 versuchten für die Mannschaft viel und gingen hohes Risiko. Das machte sich aber an beiden Brettern nicht bezahlt, im Gegenteil, beide hatten bange Momente zu überstehen. Doch mit Zähigkeit und guter Endspieltechnik konnten beide jeweils einen halben Punkt sichern.

Durch den Verlust am zweiten Brett, hier hatte der Ahrtaler zwischendurch mutig ein Remisangebot abgelehnt, um kurz darauf entscheidendes Material zu verlieren, war die Mannschaftsniederlage besiegelt. Daran ändert auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Tobias Naumann nichts. Er baute als Nachziehender langsam einen Angriff gegen den gegnerischen König auf, den sein Gegner nur mittels eines Bauernopfers abwehren konnte. Nach dem Tausch der Damen demonstrierte er, dass er das entstandene Endspiel konzentriert nach Hause brachte.

„Das war bitter“, so Spielertrainer Thorsten Kammer, „wir werden bis zu unserem nächsten Heimspiel in 14 Tagen die Fehler analysieren und dann hoffentlich gegen unseren Nachbarn aus Nickenich unsere Chancen nutzen.“

Nickenich V und Talentschmiede II gemeinsam Meister mit gleichen Mannschafts- und Brettpunkten

Ochtendung. Die letzte Runde der B-Klasse im Schach-Bezirk Rhein-Ahr-Mosel (SBRAM) wurde mit einer gemeinsamen Schlussrunde in Ochtendung ausgetragen. Dabei startete der Tabellenführer – die Mannschaft der Talentschmiede – zunächst sehr schlecht, denn an den Brettern 2 und 3 verloren Robert Kaufmann und Ben Klatt gegen ihre gut aufgelegten Kontrahenten glatt zum Stand von 0:2.

Eine Niederlage hätte ein sofortiges Aus im Meisterschaftsrennen gegen den Verfolger Nickenich bedeutet. So lag es jetzt an den beiden verbliebenen Spielern an Brett 1 und 4 Jonas Naumann und Fjodor Jung, durch 2 Siege zumindest eine Chance auf den Titel offenzuhalten.

Zunächst zeigte Fjodor, warum er in diesem Jahr als sicherer Punktelieferant gilt. Er löste eine verzwickte Stellung mit viel Materialgewinn so geschickt auf, dass sein Gegenüber nach wenigen weiteren Zügen aufgab.

Bei Jonas durchlief man – übrigens wie bei der gesamten Schlussrunde – ein Auf-und-Ab, denn zunächst erspielte er sich einen leichten Vorteil mit einem Bauerngewinn; kurz darauf musste er durch eine Unachtsamkeit einen Läuferverlust beklagen, um danach mittels eines vergifteten Bauers und einer Springergabel sich diesen Läufer wieder zu erkämpfen. Damit war der 2. wichtige Punkt für die Talentschmiede erkämpft und das Remis zum 2:2 gesichert.

Ob es aber zur Meisterschaft reichte, wurde am Nachbartisch erspielt mit Nickenich gegen Remagen-Sinzig. Ein Herzschlagfinale, denn beim Stande von 2:1 für Nickenich entschied die letzte laufende Partie über die Meisterschaft.

Ein weiterer Sieg hätte für Nickenich den alleinigen Titel bedeutet, eine Niederlage den alleinigen Titel für SC TS Ahrtal. Remagen-Sinzig lag im Endspiel zunächst mit 2 Mehrbauern im Vorteil, konnte aber diese Mehrbauern nicht nutzen, sodass man sich auf ein gerechtes Remis einigte.

Dies führt dazu, dass das Spiel mit 2,5:1,5 Punkten für Nickenich gewonnen wurde und somit die Mannschaften von der Talentschmiede Ahrtal und Nickenich gemeinsam die gleichen Mannschafts- und Brettpunkte haben und letztendlich gemeinsam Meister dieser Runde sind.

Talentschmiede Ahrtal blickt auf erfolgreiches Vereinsjahr zurück

Kreis Ahrweiler. Kurz vor dem Abschluss der laufenden Saison hielt der Schachclub Talentschmiede Ahrtal seine diesjährige Mitgliederversammlung ab.

Dabei wurde deutlich:

Der Verein kann auf ein rundum erfolgreiches Jahr mit sportlichen Erfolgen, wachsender Mitgliederzahl und einem lebendigen Vereinsleben zurückblicken.

Der Vorsitzende Dr. Robert Kaufmann erinnerte an zahlreiche Höhepunkte der vergangenen Monate. Dazu zählten das Geburtstagssimultan mit Großmeister Luis Engel, das traditionsreiche Allerheiligen-Schnellschachturnier mit erneut guter Resonanz sowie die stimmungsvolle Weihnachtsfeier. Auch intern war einiges geboten: Der Vereinspokal läuft derzeit auf die entscheidende Phase zu, im kommenden Jahr soll zudem wieder eine Vereinsmeisterschaft ausgetragen werden. Besonders erfreulich ist der Mitgliederzuwachs, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Sportlich wusste der Verein zu überzeugen. Trainer Thorsten Kammer freute sich, dass die 1. Mannschaft in der Rheinlandliga erneut die Vizemeisterschaft erreichte und sich punktemäßig nochmals gegenüber dem Vorjahr steigerte. Julian Köhler und Jürgen Kaster wurden jeweils Brettmeister. Dass über die gesamte Saison hinweg immer eine vollständige Mannschaft antreten konnte, war zudem ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Spannung herrscht noch bei der 2. Mannschaft, die im letzten Saisonspiel um den Aufstieg in die A-Klasse kämpft. Mit einem Sieg könnte der nächste sportliche Erfolg perfekt gemacht werden.

In der Jugend sammelten zahlreiche Kinder und Jugendliche bei Turnieren wertvolle Wettkampferfahrung und erzielten gute Ergebnisse. Julian Köhler qualifizierte sich etwa für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Blitzschach. Das Trainingsangebot wird inzwischen von drei Trainern getragen und richtet sich an verschiedenste Spielstärken.

Mit Vorfreude blickt der Verein bereits auf das nächste Highlight: Am 26. Juli findet das diesjährige Geburtstagssimultan mit Großmeister Michael Prusikin statt. Bereits am Vorabend ist ein gemeinsamer Restaurantbesuch geplant.

Interessierte sind jederzeit willkommen: Montags um 19 Uhr findet das Online-Training statt. Freitags beginnt ab 17 Uhr das Kindertraining im Bürgerhaus Heppingen, ab 18 Uhr folgen Jugendlichen- und Erwachsenentraining sowie der offene Spielabend.

Mehr Infos auf: sc-ts-ahrtal.de.

Julian Köhler qualifiziert sich für die Rheinland-Pfalz Meisterschaft

Andernach. Am Karfreitag wurde traditionell die Blitzschachmeisterschaft des Schachverbandes Rheinland ausgetragen. Bei diesem Format stehen jedem Spieler nur 5 Minuten für die komplette Partie zur Verfügung, was den Namen Blitzschach erklärt. Neben einigen Titelträgern und Bundesligaspielern fanden sich mit Julian Köhler und Thorsten Kammer auch zwei Spieler des Schachclubs Talentschmiede aus dem Ahrtal ein. „Hoffnungen auf den Titel müssen wir uns nicht machen, aber ein einstelliger Tabellenplatz, sollte schon rauskommen“ legte der Vorsitzende des Schachclubs Dr. Robert Kaufmann, der als Kiebitz vor Ort in Andernach war, die Messlatte schon recht hoch.

Etwas Pech hatten die Ahrtaler bei der Auslosung der Vorrunde, denn sie waren gemeinsam mit dem Abomeister und amtierenden Titelträger Dr. Bohn in einer Gruppe. Da nur die ersten beiden sich für die erste Hauptrunde, die um den Titel spielte, qualifizierten war eigentlich nur die Frage, wer es von den Ahrtaler schaffen würde. Das mit Spannung erwartete Duell war allerdings eine klare Angelegenheit für Julian Köhler, der damit um den Titel kämpfen konnte. Für Spielertrainer Thorsten Kammer, Dritter der Vorrunde, blieb damit leider „nur“ die Gruppe 2.

In dieser enttäuschte er als Mitfavorit nicht und wurde mit einem guten Ergebnis wiederum Dritter von 16. „Das war schon in Ordnung“ kommentierte Kammer sein Abschneiden. „Beim Blitzschach kommt es auch immer ein wenig auf die Nuancen an. Da muss man auch Mal das Glück haben, dass dem Gegner kurz vor einem Matt die Zeit ausgeht. Das gleicht dann das Pech, dass man eine Figur eingestellt hat, aus.“

In der Meisterrunde wuchs Julian Köhler, auch wenn er keinen Titelträger schlagen konnte, über sich hinaus. In einem sehr starken Feld konnte er sich mit einem positiven Score behaupten und einen überragenden 5. Platz mit zwei weiteren Konkurrenten erspielen. „Das Julian gerade in den schnelleren Disziplinen stark spielt, wusste ich aus leidvoller Erfahrung, aber dass er so auftrumpft, hatte ich nicht erwartet. Da konnte ich meine Vorrundenniederlage sehr gut ertragen“, so der glückliche Trainer Kammer. Mit diesem Ergebnis hat sich Julian für die Rheinland-Pfalz- Meisterschaften, die vermutlich im Sommer ausgetragen werden qualifiziert. „Damit hat die Talentschmiede ihrem Namen wieder einmal Ehre gemacht“ freute sich Dr. Kaufmann und mit einem Schmunzeln merkte er an „die beiden können gut mit Druck umgehen“.

Das schachliche Wissen und Spiel wird wieder am Freitag ab 17:00 Uhr im Bürgerhaus Heppingen vertieft.

Talentschmiede II weiterhin Spitzenreiter

Kreis Ahrweiler. Die Spitzenkämpfe in der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel fanden am Wochenende in Ochtendung statt.

Während es die zweite Mannschaft der Ahrteiler mit der dritten Mannschaft der Ochtendunger zu tun bekam, spielte zeitgleich der Tabellenzweite aus Nickenich gegen die vierte Mannschaft des Gastgebers nebenan.

Die Ahrtaler waren mit Jonas Naumann und Timo Schröder an den vorderen beiden Bretten favorisiert, Ben Klatt und Fjodor Jung wurden aber, gerade aufgrund der letzten sehr guten Ergebnisse durchaus Chancen eingeräumt.

Nach zwei Stunden war noch keine Partie entschieden, denn an allen Brettern wurde hart gerungen. Das erste Ergebnis lieferte Fjodor, der eine Kombination von Paul Rinke übersah und eine Figur verlor. Damit brach sein Widerstand und Ochtendung ging in Führung. „Schade“, kommentierte Trainer Thorsten Kammer, der diesmal als Mannschaftsführer eingesprungen war, „aber da war zwischendurch mehr drin. Zum Glück hat Timo fast zeitgleich ausgeglichen“.

Timo spielte gegen die Nachwuchshoffnung Nadir Üstüntas, der durch sein taktisches Geschick schon für die ein oder andere Sensation gesorgt hat. Die Marschroute war einfach, möglichst eine geschlossene Stellung zu erreichen, um den Gegner positionell zu überspielen. „Das war eine Meisterleistung“, war auch die einhellige Meinung der Mitspieler, „Timo hat seinen Gegner ohne taktische Verwicklungen einfach überspielt“. Erst als keine Gegenchance mehr vorhanden war, ging er zum entscheidenden Mattangriff über.

Jonas Naumann am Spitzenbrett spielte gegen die Jugendliche Ella Reuber, die derzeit in bestechender Form ist. Nach zweischneidiger Eröffnung, Jonas hatte einen Bauern weniger, aber dafür aktive Figuren, neigte sich die Waagschale klar zu Gunsten des Ahrtalers. Gleich mehrere Bauern machten sich auf den Weg zur gegnerischen Grundreihe. Allerdings zeigte die amtierende Rheinlandmeisterin, dass sie nicht gewillt war, sich so einfach in ihr Schicksal zu fügen. Sie verteidigte sich zäh und als Jonas in Zeitnot kam, wirkte es für einen Moment, als könnte sie das Ruder herumreißen. Aber dann griff auch sie fehl und Jonas konnte durch eine schöne Kombination wieder die Oberhand gewinnen. Das entstandene Endspiel gewann er sicher.

Die längste Partie des Tages spielte Ben Klatt. Nachdem die Eröffnung von beiden Seiten unorthodox behandelt wurde, konnte sich im Mittelspiel keine der beiden Seiten einen klaren Vorteil erspielen. So mündete das Spiel in einem leistungsgerechten Remis, wodurch der Mannschaftssieg für die Talentschmiede feststand.

„Das war ein spannender Kampf“ waren sich die beiden zweiten Vorsitzenden der Vereine Markus Höblich und Thorsten Kammer einig.

Talentschmiede hält Anschluss an die Tabellenspitze

Kreis Ahrweiler. Der Schachclub Talentschmiede Ahrtal ist gut ins neue Jahr gestartet, im Nachbarschaftsduell bei den Schachfreunden aus Nickenich gelang in der Rheinlandliga ein Auswärtssieg.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, fasste Luca Häusler das Geschehen zusammen, „tolle Organisation der Nickenicher, Liveübertragung im Internet und ein hoher Sieg, besser geht es kaum“.

Während die Heimmannschaft beinahe in Bestbesetzung antrat, musste die Talentschmiede auf zwei Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen.

Obwohl beide Ahrtaler Außenseiter waren, gewannen sowohl der Vereinsvorsitzende Dr. Robert Kaufmann als auch Ben Klatt ihre Partie. Kaufmann brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Front. Die Opfer seines jungen Gegners nahm er mutig an und hatte schnell dessen Initiative entschärft. Das Mehrmaterial verwertete er sicher. Ben stand zwischenzeitlich bedenklich, verteidigte sich jedoch zäh und nutzte die erste Chance zum Gegenangriff. Dieser führte zu einem gewonnenen Endspiel, welches sein routinierter Gegner trotz trickreicher Gegenwehr nicht mehr halten konnte. Zuvor hatte Roman Windscheif mit den schwarzen Steinen sicher ein Remis beigesteuert, während Helmut Bürger sogar den zwischenzeitlichen Ausgleich der Nickenicher zulassen musste. In einer scharfen Variante hatte er sich schnell eine Gewinnstellung aufgebaut, um diese dann durch einen Blackout zu verlieren. Zum Glück brachte Julian Köhler am zweiten Brett die Talentschmiede zeitnah wieder in Front. Den konsequenten Mattangriff konnte sein Gegner nur unter großen Materialverlusten abwehren, um dann ebenfalls in einem verlorenen Endspiel zu landen. Thorsten Kammer am vierten Brett lehnte das Remisangebot seines Gegners ab und knetete diesen so lange, bis er aus einem minimal besseren Läuferendspiel ein gewonnenes machen konnte. Ein falscher Zug und die Umwandlung eines Bauern war nicht mehr zu verhindern. Tobias Naumann am fünften Brett war nicht wirklich gut aus der Eröffnung gekommen, aber er verkomplizierte die Stellung so geschickt, dass er erst ausgleichen und dann den einzigen schweren Fehler seines Gegners nutzen konnte, um einen Bauern in eine Dame umzuwandeln und mit dieser Matt zu setzen. Luca Häusler zeigte am Spitzenbrett, wie man einen Gegner erst einschnürt, zum Angriff übergeht und dann Material gewinnt. „Im Moment ist Luca einfach eine Bank“, freute sich Trainer Thorsten Kammer, der sich allmählich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass Luca ihn in der internen Rangliste als Nummer 1 überholt.

Mit diesem 6,5 zu 1,5 Auswärtssieg bleibt der Blick der Ahrtaler nach oben gerichtet. Als Tabellendritter hat man nur einen Mannschaftspunkt weniger als der Titelfavorit Reil-Kinheim. In der nächsten Runde trifft die Talentschmiede auf den SC Kettig, der vor zwei Jahren noch zwei Ligen über den Ahrtalern aktiv war, also keine leichte Aufgabe.

21. Ahrtaler Schnellschach-Open

55 Teilnehmer beim 21. Ahrtaler Schnellschach-Open 2025

Das Schnellschachturnier mit Spielern aus nah und fern wurde bereits zum 21. Mal ausgetragen. Gab es im letzten Jahr mit knapp 80 Mitspielern im Bürgerhaus in Heppingen einen Teilnehmerrekord, pendelte sich mit 53 Teilnehmern die Zahl der Spieler diesmal wieder auf früherem Niveau ein. Dafür war die Spielstärke außerordentlich hoch. Allein 6 Titelträger, vom Fidemeister (FM) bis zum Großmeister (GM), gingen an den Start. Heißer Anwärter auf den Turniersieg war GM Igor Glek (Rotation Pankow), vor einigen Jahren noch Nummer 12 der Weltrangliste. Auch der Internationale Meister (IM) Yuri Boidman vom Bundesligisten SC Heimbach-Weis/Neuwied war zum wiederholten Mal unter den Titelaspiranten.

In der ersten von neun Runden erspielten sich die stärkeren Spieler einen ersten Vorsprung, wobei die „obere Turnierhälfte“ auslosungsbedingt gegen die „untere Turnierhälfte“ spielte und in allen Partien punktete. In der zweiten Runde war es lediglich FM Tim Ronge (Heimbach-Weis/Neuwied) , der einen ersten Punkt einbüßte. In der dritten Runde hatte IM Boidman gegen GM Glek ein Gewinnstellung herausgespielt, die er aber in Zeitnot zum Remis verdarb. Während beide in der Folge Schwächen zeigten und weiter zurückfielen, hatte nach 6 Runden nur noch der Vorjahreszweite Isaac Garner (Hamburger SK) eine weiße Weste. FM Michael Schenderowitsch (TSV Schott Mainz) konnte in Runde 7 zwar ein Remis gegen Garner erspielen, aber nicht weiter zur Spitze aufschließen. Isaac Garner verteidigte seine Tabellenführung unangefochten und sicherte sich nach sieben Stunden Spielzeit mit 8:1 Punkten den Gesamtsieg, gefolgt von den sechs Titelträgern. Weitere Sonderpreise gewannen Hans Lotzien (Godesberg, Senioren), Christina Marx (Kettig, Damen), David Meuer (Mainz, Jugend) und Archid Goel (Marburg, Kinderpreis). Die Ratingpreise gingen an Waldemar Schmidt (Heimbach-Weis/Neuwied), Markus Höblich und Armin Herhaus (beide Ochtendung).

Das Bürgerhaus in Heppingen bot auch in diesem Jahr wieder optimale Spielbedingungen, die von den Teilnehmern besonders hervorgehoben wurden und schon die Vorfreude auf die 22. Ausgabe des Ahrtaler-Schnellschach-Opens aufkommen lassen.

Abschlusstabelle und Fotos auf der Webseite der SC TS Ahrtal

Doppel-Heimspiel des SC TS Ahrtal

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Folgetag der Schnellschach-Open mussten beide Ahrtaler Mannschaften zu ihren Meisterschaftsspielen zuhause antreten. Der Vortag zehrte noch an den meisten Spielern, so dass es nicht sicher war, ob die Mannschaften ihr Potenzial abrufen konnten. Die erste Garnitur hatte es in der Rheinlandliga mit der IGS Trier zu tun, gegen die man im letzten Jahr bereits einen klaren Sieg feiern konnte. Auch diesmal standen am Anfang die Zeichen auf Sieg, konnten doch die Tierer Gäste nur mit 7 statt 8 Spielern anreisen. Davon profitierte Julian Köhler, der dadurch kampflos gewann. Als Erster konnte Christian Wolf an Brett 6 einen Sieg vermelden. Helmut Bürger und Timo Schröder erhöhten mit zwei Unentschieden auf 3:1. An Brett 5 sicherte Jürgen Kaster mit einem weiteren Sieg den vierten Punkt. Während Luca Häusler an Brett 1 in eine Verluststellung geriet, sah sich Thorsten Kammer auf der Siegerstraße. Als dann beide aber je einen halben Punkt beisteuerten, stand der Gesamtsieg mit 5:3 fest. Die Talentschmiede belegt damit mit 5:1 Mannschaftspunkten den dritten Platz in der Rheinlandliga.

Noch besser steht die zweite Mannschaft da, die nach ihrem 3:1-Sieg gegen Cochem mit 6:0 unangefochten Platz 1 in der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel belegt. Zunächst dominierte Ben Klatt sein Gegenüber und fuhr nach zirka 1,5 Stunden das 1:0 ein. Ihm folgten Robert Kaufmann, der – wie vor kurzem von Trainer Thorsten Kammer im Training aufgezeigt – einen Angriff auf einen hängenden Bauern durchführte, wodurch die Verteidigung seines Gegners aufgebrochen wurde. Kurze Zeit später gab dieser auf und der zweite Punkt war gesichert. Das Jungtalent Fjodor Jung sah sich einem erfahrenen Kontrahenten gegenüber und musste sich nach einem Damenverlust geschlagen geben. Jetzt lag es am Mannschaftskapitän Ralf Oehrle mindestens einen halben Punkt zum Sieg zu holen. Obwohl sein Gegner die Konzentration von Oehrle durch inkorrektes Spiel, wie z. B. 2 Züge hintereinander, störte, ließ sich der Mannschaftsführer nicht beirren und stellte mit seinem Sieg den Endstand von 3:1 her.