Die Talentschmiede schnupperte an der Sensation

Ahrtal. Der SC Talentschmiede Ahrtal hat sein Debüt in der Rheinlandliga mit einem nicht erwartbaren zweiten Tabellenplatz abgeschlossen und dem hohen Favoriten aus Wittlich bis zum letzten Spieltag einen großen Kampf geliefert.

Am letzten Spieltag kam es zum Showdown zwischen dem Tabellenführer SC Wittlich und dem Aufsteiger aus dem Ahrtal. Die Wittlicher hatten in den letzten Jahren den Titel und damit den Aufstieg in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga immer wieder knapp verpasst. Daher wollten sie diesmal auf Nummer sicher gehen und traten in Bestbesetzung an, während die Ahrtaler zum ersten Mal in der Saison nicht alle Bretter besetzen konnten. „Das war schon ein großes Handicap, allerdings war klar, für den großen Coup einiges hätte zusammenkommen müssen“, so Trainer Thorsten Kammer.

Nach dem kampflosen Verlust an Brett 4 remisierte zunächst Jürgen Kaster (Saisonergebnis: 4,5 aus 8) an Brett 5. Danach musste Mannschaftskapitänin Elisa Naumann (2,5/6) sich gegen einen klar stärkeren Gegner geschlagen geben. „Elisa hat trotzdem eine starke Saison gespielt“, stellte Thorsten Kammer fest. „Sie wird einige Wertungspunkte dazugewinnen und hat gezeigt, dass sie in dieser Liga gut mithalten kann.“ Danach remisierten Helmut Bürger (6/8) und Luca Häusler (6,5/9) an den Brettern zwei und drei. Beide spielten eine überragende Saison und wurden zu Recht Brettmeister. Luca holte 6,5 Punkte aus neun Partien, wobei er fünfmal als Sieger vom Brett ging. „Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Luca die Nummer 1 im Verein wird und uns Ältere ablöst“, so Jürgen Kaster, der mit einem Augenzwinkern noch ergänzte „wobei wir hoffen, dass wir unsere Spielstärke halten und Luca sich weiter so verbessert“. Gastspieler Helmut Bürger vom SC Toller Springer Polch stand, diesmal mit den schwarzen Steinen spielend, dem nicht nach und holte satte sechs Punkte aus acht Partien. „Helmut war eine echte Bereicherung für uns“ lobte Elisa den Neuzugang, „und das nicht nur am, sondern auch neben dem Brett“. Durch diese zwei halben Punkte war klar, dass Wittlich die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen war. „Sie waren einfach eine Klasse stärker als alle anderen in der Liga und haben verdient die Meisterschaft gewonnen“, gratulierten die Gäste dem sympathischen Team des neuen Rheinlandmeisters.

Für die Ahrtaler ging es darum, den alleinigen zweiten Platz in der Abschlusstabelle zu halten. Nun lag es also in den Händen von Tobias Naumann (4/7) und Thorsten Kammer (5/8) am Spitzenbrett, den noch nötigen halben Punkt zu holen. Aber Thorsten musste seine erste Niederlage hinnehmen, nachdem er gegen den vermutlich derzeit besten Spieler der Rheinlandliga in leichter Zeitnot dem Dauerdruck nicht standhielt und mit einem unglücklichen Zug die Partie einstellte. Noch schlimmer erging es Tobias, der eine Gewinnstellung „wegschenkte“, indem er weiter angriff, statt trocken in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Seinen guten Gesamteindruck, auch er gewinnt einige Wertungspunkte dazu, trübt diese Niederlage jedoch kaum.

Nun hing für die Talentschmiede alles vom Ergebnis des direkten Konkurrenten der SG Trier II ab. Hier war das Glück den Ahrtaler holt, denn die trotz eines Kantersieges der Trierer blieb die Talentschmiede mit dem geringsten möglichen Abstand, nämlich einem halben Brettpunkt, in der Endabrechnung auf Rang zwei.

Mit dem zu Saisonbeginn nicht für möglich gehaltenen Vizemeistertitel kann der Schachclub Ahrtal auf eine erfolgreiche Debütsaison zurückblicken. „Wir mussten uns erst an das Niveau in dieser Liga gewöhnen, denn dass sich Gegenspieler anhand von Online-Partien akribisch auf uns vorbereitet haben, kannten wir bisher nicht“, musste Thorsten Kammer wiederholt leidvoll erfahren.

Zum Erfolg beigetragen haben auch unsere Jugendlichen Julian Köhler (5,5/6), Roman Windscheif (3/4), der Gastspieler von den SF Ochtendung Nils Schuck (1,5/2) und die Ersatzspieler Jonas Naumann (0/1) sowie Timo Schröder (0,5/1), die zum Saisonabschluss aber nicht zum Einsatz kamen.

SC Brohltal Weibern II gewinnt gegen Cochem

Weibern. In Runde 8 der A-klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel empfing die 2. Mannschaft des SC Brohltal Weibern den SC Cochem im Pfarrheim in Weibern. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung gewann man letztendlich mit 3:2. In der Tabelle steht die Mannschaft nun auf einem Nichtabstiegsplatz, es steht noch ein Spiel auswärts gegen den Tabellenzweiten SC Kettig aus. Alfons Hilger gewann an Brett 2 gegen Dieter Welsch kampflos, der Gegner konnte nicht antreten. So stand es 1:0. Nachwuchsspieler Jan Degen schlug danach den erfahrenen Cochemer Uwe Rösch an Brett 5. Die Kontrahenten spielten die englische Eröffnung. Der Brohltaler verlor zunächst zwei Bauern, gewann dann aber schließlich einen Turm, womit die Partie entschieden war. Durch eine geschickte Wendung drohte er mit matt, sein Gegner gab auf.

An Brett 4 schlug Christian Forster den wesentlich stärker eingeschätzten Carlos Anetsberger. Sie spielten die französische Eröffnung. Durch eine gegenseitige Rochade kam es zu einer scharfen und komplizierten Stellung. Forster gelang es einen Angriff seines Gegners zu verteidigen und durch einen Figurenabtausch in ein besseres Damenendspiel zu kommen. Nach dem Tausch der Damen hatte er durch 2 Freibauern eine Gewinnstellung. Der Cochemer versuchte noch einen Durchbruch auf dem Damenflügel, die Stellung war aber nun unhaltbar und er gab auf.

In der letzten Partie im März gegen Kettig will man sich so gut wie möglich verkaufen und die Saison ganz erfolgreich abschließen.

Intensiver Turnierbetrieb kurz vor dem Saisonfinale

SC Talentschmiede Ahrtal erzielt Erfolge beim Schachjugendturnier

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Schachsaison 2024/25 neigt sich dem Ende. Neben den letzten Mannschaftswettkämpfen gibt es derzeit auch Jugendturniere, bei denen sich die Jüngsten im schachlichen Wettstreit messen können. Ein sehr beliebtes Jugendturnier organisieren jedes Jahr die Schachfreunde Ochtendung. Treibender Motor ist der Vorsitzende Markus Höblich, der auch Mitglied der Talentschmiede Ahrtal ist. Die enge Freundschaft beider Vereine führte diesmal mit Fjodor Jung, Kilian Krebs und Julian Köhler drei Ahrtaler in die Kulturhalle Ochtendung. In den verschiedenen Altersklassen wurden sieben Runden Schnellschach gespielt, wobei jeder Spieler nur 15 Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie hatte.

Debütant Kilian Krebs kam in der Altersklasse U14 langsam in Schwung. In den ersten Runden hatte er häufiger das Nachsehen, um aber nach der Mittagspause richtig aufzudrehen. Mit vier Punkten erreichte er nicht nur einen positiven Score, sondern auch einen Platz in den Top Ten. „Die Partie in der Schlussrunde war einer der schönsten des Turniers“, so Thorsten Kammer, Spielertrainer der Talentschmiede, der direkt am Brett mitbekam, wie Kilian seinem Gegner die Dame vom Brett kombinierte.

Fjodor Jung, der in der U12 antrat und auch schon in seiner zweiten Saison erfolgreich in der zweiten Mannschaft spielt, hatte einen Traumstart mit drei Siegen in Folge. In Runde vier unterlag er aber verdient dem späteren Sieger, was ein wenig Sand ins Getriebe brachte. Fjodor demonstrierte er in den Schlussrunden, was er mittlerweile gelernt hat. Er rettete schlecht stehende Endspiele ins Remis, so dass er das Turnier ebenfalls mit vier Punkten abschloss.

Für Julian Köhler war Ochtendung in den letzten Jahren immer eine Bank. Als großer Turnierfavorit in der U18 gestartet gewann er auch aus schlechteren Stellungen heraus, da er durch sein schnelles Spiel auch die unerbittlich tickende Schachuhr zu seinem Verbündeten machte. So besiegte er den späteren U21-Sieger Leo von Elmpt vom ausrichtenden Verein, in dem er ein schlechtes Endspiel zuerst in ein remisliches und dann in ein gewonnenes umdrehte. In der vorletzten Runde gab es ein unerfreuliches Novum, als der U18-Rheinlandmeister seine Partie verlor. Trotz dieses Rückschlags gewann Julian die letzte Partie sicher und verteidigte somit wieder seinen ersten Platz.

„Das Turnier war von Markus Höblich wie immer großartig organisiert“, so Thorsten Kammer, der passives Mitglied der Ochtendunger ist. „Wichtiger als die Erfolge heute ist aber, dass wir die letzten Mannschaftskämpfe noch erfolgreich absolvieren“. Dabei steigt am letzten Spieltag in der Rheinlandliga das große Duell zwischen dem Tabellenführer und Turnierfavoriten aus Wittlich und dem Aufsteiger und Tabellenzweiten Schachclub Talentschmiede Ahrtal. Mit einem Sieg könnte der Neuling tatsächlich noch die Meisterschaft erringen, bei einer hohen Niederlage wäre dagegen auch Platz zwei in Gefahr.