Schach-Rheinlandliga: 6:1-Kantersieg gegen Schweich/Trittenheim II

In der achten und damit vorletzten Runde der Rheinlandliga hieß es für die Schachfreunde der Talentschmiede Ahrtal, in Schlagdistanz zum Tabellenführer SC Wittlich zu bleiben. Dazu war ein Sieg gegen die Zweitvertretung der SG Schweich-Trittenheim Voraussetzung.

Gelungener Wettkampftag: SC TS Ahrtal gewinnt hoch gegen die Gäste von der Mosel (v.l.n.r.): Thorsten Kammer (Spielertrainer), Timo Schröder, Elisa Naumann (MF), Roman Windscheif, Tobias Naumann, Julian Köhler, Jürgen Kaster und Luca Häusler.

Die Gäste, von den Wertungszahlen mit der Talentschmiede auf Augenhöhe, hatten im Vorhinein angekündigt, mit nur sechs Spielern anreisen zu können. So war es das Spitzenbrett der Ahrtaler Thorsten Kammer der kampflos mit Beginn des Wettkampfes auf 1:0 stellte. Er konnte dann gespannt die verbleibenden Partien beobachten. Roman Windscheif vermeldete nach über zwei Stunden als nächster seinen Sieg. Die sehr passive Spielanlage seines Gegners nutzte er geschickt, um Material zu gewinnen und als der Gegner dann einen Harakiri-Angriff vom Zaun brach, wurde dieser eiskalt ausgekontert. „Es tut gut, wenn sich die Trainingseinheiten auszahlen“, so Spielertrainer Thorsten Kammer. „Wir haben diesen Stellungskomplex vor einiger Zeit analysiert und Roman hat dieses Wissen genutzt, um überzeugend zu punkten“. Kurz danach war auch Tobias Naumann an Brett fünf siegreich. Mit den schwarzen Steinen glich er bereits in der Eröffnung aus und bestrafte den ersten groben Fehler seines Gegners. Dieser ließ direkt einen weiteren folgen und gab, da er dem Angriffswirbel nichts mehr entgegenzusetzen hatte, kurz vor dem Matt auf. Als nächstes gewann Julian Köhler, der allerdings bange Momente zu überstehen hatte. Nach misslungener Eröffnung, bei der er auf Grund eines Rechenfehlers früh einen Bauern verloren hatte, sammelte sein Gegner geschickt weitere positionelle Vorteile an und stand lange auf Gewinn. Doch die hartnäckige Verteidigung sowie eigene Kontermöglichkeiten brachten Julian wieder ins Spiel und sogar auf die Siegesstraße. Ein Bauer, der sich umzuwandeln drohte, brachte einen Figurengewinn und ein klar gewonnenes Endspiel, welches der Gegner konsterniert aufgab.

Es folgten zwei Remisen durch Luca Häusler und Timo Schröder. Timo wählte bei seinem Debut in der Rheinlandliga eine solide Eröffnung und steuerte sicher auf einen halben Punkt zu. „Es ist schön, Timo nach langer Zeit mal wieder am Brett zu sehen“, freute sich Mannschaftsführerin Elisa Naumann. „Wenn es eng geworden wäre, hätte er auch noch weiterkämpfen können“. Luca, ausnahmsweise an Brett 3 mit den schwarzen Steinen, spielte eine hochklassige Partie, in der sich beide Gegner nichts schenkten und so friedlich den Punkt teilten. Obwohl der Mannschaftskampf längst entschieden war, kämpfte Jürgen Kaster am zweiten Brett um den vollen Punkt. In einer komplizierten Stellung hatte er weiter gerechnet als sein Gegner und konnte sich ein aussichtsreiches Endspiel erarbeiten. Aber, da sein Opponent noch Hoffnungen auf ein Remis hatte, zog sich diese spannende Kampfpartie auf höchstem Niveau hin. Nach gut fünf Stunden Spielzeit konnte der Vorsitzende, der stets die Übersicht behielt, trotz eines sich sehr zäh und findig verteidigenden Gegners unter den Blicken aller Mannschaftskollegen seinen dritten Saisonsieg feiern.

Durch diesen Sieg kommt es am letzten Spieltag zum Show-Down zwischen dem favorisierten Tabellenführer SC Wittlich, der ebenfalls hoch gewann, und dem Aufsteiger SC Talentschmiede aus dem Ahrtal. „Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass wir vor dem letzten Spieltag bereits sicher unter den ersten drei sind und sogar um den Titel des Rheinlandmeisters mitspielen, hätte ich das als Utopie abgetan. Aber wir spielen als Mannschaft eben doch noch einen Tick besser als die Einzelspieler“, freut sich Spielertrainer Thorsten Kammer auf das entscheidende Spiel.

Erfolgsserie hält an

Kreis Ahrweiler. Die erste Mannschaft des SC Talentschmiede Ahrtal setzt ihren Höhenflug in der obersten Liga des Schachverbandes Rheinland fort. Im Duell gegen den SC Gambit Gusenburg/Hermeskeil festigte der Aufsteiger mit einem 5:2-Sieg den zweiten Tabellenplatz. Das Team um Mannschaftsführerin Elisa Naumann fuhr mit hohen Erwartungen nach Hermeskeil, nachdem die Gastgeber zuvor bekanntgaben, dass sie die Bretter 1 und 3 kampflos aufgeben würden. „Das war keineswegs selbstverständlich, so ersparen sich unsere betroffenen Spieler eine unnötige Anreise“ würdigte Vorsitzender Jürgen Kaster die faire Geste der Gastgeber. Thorsten Kammer, der am Spitzenbrett gespielt hätte, ließ es sich jedoch nicht nehmen, die Mannschaft in den Hunsrück zu begleiten. „Mit einem 2:0 Vorsprung kann man auch mal ein Remis einstreuen, um den Druck auf den Gegner zu erhöhen. Wichtig ist eigentlich nur, möglichst keine Partie zu verlieren“, gab er auch gleich die Devise für den Wettkampf aus.

Jürgen Kaster willigte dementsprechend am vierten Brett frühzeitig in ein Remis ein.

Denn zeitgleich hatte Julian Köhler, aktueller Rheinlandmeister der U18, an Brett 5 eine gewinnträchtige Stellung erreicht. Er hatte die Stellung besser eingeschätzt als sein Gegner, der zwar einen Mattangriff ohne Damen gerade noch abwehren konnte, dann aber in einem völlig verlorenen Endspiel landete. „Bei Julian klappen die Angriffe immer“, so Brettnachbar Roman Windscheif. Mit einer nunmehr 3,5:0,5-Führung war der erste Mannschaftspunkt bereits sicher.

Die Gegenwehr von Gusenburg/Hermeskeil war damit gebrochen, sodass zunächst Roman Windscheif ein weiteres Remis gegen einen wertungsstärkeren Spieler beisteuern und damit den Mannschaftssieg sicherstellen konnte.

Am zweiten Brett konnte Luca Häusler mit den schwarzen Steinen ein Remis gegen Dr. Max Gebhardt, der Nummer 1 der Gastgeber, erkämpfen, wobei ihm die Schachgöttin Caissa ein wenig zur Seite stand. Denn sein Opponent hatte zwar eine Kombination, die ihm großen Vorteil beschieden hätte gesehen, war sich aber während der Partie zu unsicher, ob sie tatsächlich funktioniert. Somit bleiben Luca ebenso wie Teamkollege Helmut Bürger heiße Anwärter auf die Brettmeisterschaft an den Brettern 2 und 3.

Am siebten Brett hatte Elisa Naumann gute Chancen auf den vollen Zähler herausgespielt, gab sich in Zeitnot aber mit einem Remis durch Zugwiederholung zufrieden.

Mit 11:3 Mannschaftspunkten und den meisten Brettpunkten bleibt die Talentschmiede damit auf Tuchfühlung mit dem Ligaprimus aus Wittlich, der einen Mannschaftspunkt mehr auf seinem Konto hat. Sollte sich dieser Abstand in der achten Runde im Spiel gegen Schweich-Trittenheim nicht verringern, kommt es in der letzten Runde gegen das Team aus der Säubrenner-Stadt zu einem echten Endspiel um die Rheinlandmeisterschaft.

In der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel konnte auch die zweite Mannschaft der Talentschmiede Ahrtal einen klaren Erfolg gegen Drittvertretung der Schachfreunde aus Ochtendung feiern. Damit kann sich das Team um Mannschaftsführer Dr. Robert Kaufmann erstmals in dieser Saison über ein positives Punktekonto freuen. „Nach unserem Stotterstart kommen wir immer besser in Fahrt“, resümierte er den Mannschaftskampf, zu dem er selbst gegen den wertungsstärksten Ochtendunger Alex Pflaum einen halben Punkt zum 3,5:0,5-Sieg beisteuerte. Ralf Oehrle gewann kampflos am Spitzenbrett, während Fjodor Jung gegen den bis dahin so erfolgreichen Julian Rinke in einer komplizierten und abwechslungsreichen Partie den Sieg davontrug. Ben Klatt gewann gegen Edgar Fuchs, der erst unorthodox eröffnete und dann mehrere Fehler beging.

Keine Niederlage ist natürlich einer der Schlüssel zum Erfolg. Zu diesem trägt auch das Training mit der ehemaligen Jungendweltmeisterin und der neuen Nummer 1 Belgiens, Annmarie Mütsch, bei. Mit dem Thema „Wie behandle ich Überraschungen in der Eröffnung“ gab sie kürzlich den Ahrtalern wertvolle Tipps für die Praxis. Anschließend zeigte sie im anschließenden Simultankampf „alleine gegen elf“ den Ahrtalern souverän die Grenzen auf. „Das Training bei Annmarie ist nicht nur lehrreich, sondern macht obendrein Spaß und man kann das Erlernte sofort in das eigene Spiel integrieren“, so Spielertrainer Thorsten Kammer, der auch wieder neue Impulse für das eigene Training mitnahm.

Zweite mit unerwarteter Niederlage

Kettig. Zur 7. Runde der A-Klasse ging die Kettiger Zweite als leichter Favorit gegen Remagen-Sinzig IV ins Rennen. Der einzige jedoch, der eine souveräne Leistung brachte, sein Spiel von Anfang an durchzog und letztendlich gewann, war Kevin Weirauch am ersten Brett. Die anderen vier zeigten keine guten Partien: Hermann Schlötter und Hans-Peter Engel remisierten, Manfred Sorger und Michael Lohn verloren. Damit ist die Mannschaft auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht, hat aber die Aufstiegsränge bei zwei noch ausstehenden Spielen in Reichweite. Am 23. Februar ist man bei der Fünften aus Nickenich zu Gast.

Das traditionelle verschobene Neujahrsblitzturnier musste aus Termingründen für die 31. Auflage noch etwas weiter nach hinten verlegt werden und zwar auf Freitag, 21. Februar – dennoch darf der Kettiger Schachclub wieder alle Schachfreunde der Region einladen. Wie immer zum völlig zwanglosen Blitzen in gemütlicher Runde – ohne Startgeld, in der aber auch die Sieger nichts weiter erwarten dürfen als eine Flasche Wein, und in der jeder Schachfreund alleine durchs Mitblitzen in größerer Runde gewinnen sollte. Gespielt werden wie immer 13 Runden klassisches 5-Minuten-Blitz im Schweizer System und der Verein freut sich jetzt schon auf jeden Teilnehmer!

Begonnen wird um 19.30 Uhr, vorangemeldet werden kann sich bei Elmar Zimmer, elmar.zimmer@t-online.de oder Tel. (0 26 37) 56 12.

Nathalie Stein ist zweimalige Rheinlandmeisterin

 

Nickenich. Über die Bezirksmeisterschaften im Schachbezirk Rhein-Ahr-Mosel hatten sich im Herbst insgesamt 8 SpielerInnen für die kürzlich ausgetragenen Jugend-Rheinlandmeisterschaften qualifizieren können.

Für die 11-jährige Spielerin der Schachfreunde Nickenich, Nathalie Stein, waren die Einzelmeisterschaften der Schachjugend Rheinland in Cochem, wo die jüngeren Jahrgänge spielten, ein voller Erfolg. Nachdem sie 2023 schon einmal Rheinlandmeisterin der U10w geworden war, überzeugte sie nun auch in der U12w als bestes Mädchen. Mit einem sensationellen Ergebnis von 6,5 Punkten aus sieben Runden setzte sie sich ungeschlagen an die Tabellenspitze und darf sich nun zweimalige Rheinlandmeisterin nennen. Auch bei den Jungs erzielten Lennard Spiller und Max Wohde erfreuliche Resultate. Beide lagen nach sieben Runden in der U12 punktgleich mit 4 aus 7 auf dem dritten Platz. Selbst die Feinwertung war bei ihnen exakt gleich. Dieser überaus seltene Fall sicherte beiden den Bronzerang. Bei der U14w konnte Julia Stein einen beachtlichen vierten Platz mit 4 aus 7 Punkten in Trier feiern, dem Ort, wo die älteren Jahrgänge spielten. Nathalie, Lennard, Max und Julia sind dank ihrer Siege bereits für die Teilnahme an den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in den Osterferien in Speyer in ihren Altersklassen nominiert worden.

Außerdem nahmen von den Schachfreunden Nickenich Tim Wohde (U10), Mohamad Dokmak (U14), Mick Jussack (U14) und Laurens Jede (U16) bei den Einzelmeisterschaften teil. Für Tim Wohde war es die erste Teilnahme und er schaffte auf Anhieb einen Achtungserfolg mit 3,5 aus 7 Punkten, was ihm einen Mittelfeldplatz einbrachte. Neben den sportlichen Wettkämpfen am Schachbrett wurden in den Jugendherbergen Cochem und Trier die freundschaftlichen Kontakte vereinsübergreifend gepflegt. Beim Berliner-4er-Wettbewerb, einer besonderen Team-Schachvariante, bei der vor allem Interaktion gefragt ist, gewannen Max und Lennard den Titel.

Die Schachfreunde Nickenich sind auf ihre Jugend sehr stolz, was nicht ohne das Engagement und Training unseres Jugendteams um Christoph Roos und Kathrin Bast möglich wäre. Wer bei uns reinschnuppern möchte, ist dazu freitags ab 16:30 Uhr (Jugend) und ab 18:30 (Erwachsene) in unseren Vereinsräumen (Grundschule Nickenich) eingeladen.