Schachverein „Runder Turm“ Andernach Kantersieg im Endspurt des Titelrennens um die Bezirksmeisterschaft

Andernach. Drei Spieltage vor Schluss der Saison 23/24 der Bezirksklasse Rhein-Ahr-Mosel durfte der Schachverein „Runder Turm“ Andernach den Schachclub Talentschmiede Ahrtal in den heimischen Hallen des Rheintors begrüßen. Andernach führte bereits vor dem Spieltag mit zwölf Mannschaftspunkten die Tabellenspitze an. Die Ahrtaler jedoch waren mit ihren zehn Mannschaftspunken dicht auf den Fersen. Ein Sieg würde ihnen, dank besserer Brettpunktebilanz die Tabellenführung einspielen.

Doch die Andernacher hatten da noch das ein oder andere Wörtchen mitzureden.

Schon recht früh konnte Harald Zettler an Brett 6 mit einer Mehrfigur souverän die 1:0-Führung mit den weißen Steinen einspielen.

An Brett 5 lieferten sich beide Spieler einen verbissenen Kampf.

In einem asymmetrischen Mittelspiel versuchte Weiß einen Königsangriff zu instruieren, während Schwarz sich auf den Damenflügel konzentriete. Doch am Ende nutzte der Andernacher Michael Weber einen Einsteller seines Gegners gekonnt aus und erweiterte auf ein 2:0.

So richtig spannend wurde es jedoch an Brett 2. Wolfang Weiler erlang schon früh zwei Mehrbauern, hatte dafür aber mit einer komprommitierten Königsstellung zu kämpfen.

Sein Gegner steckte im Geiste des Grundsatzes „Angriff über Material“ auch gleich noch eine Qualität ins Spiel. Doch behielt Weiler einen kühlen Kopf und verteidigte gekonnt, sodass sein Materialvorsprung für die 3:0-Führung der Andernacher reichte.

Von nun an war allen klar, dass die Andernacher die Tabellenführung behalten würden.

Im schlimmsten Fall würden sie die restlichen Partien verlieren, sodass am Ende ein 3:3 Unentschieden stünde. Doch es sollte anders kommen.

Kurz nach dem gesicherten Punkt sah sich Borzou Pishanidar in einem remisträchtigen Endspiel, das noch lange hätte dauern können. Es kam jedoch ganz anders.

Acht Züge vor der Zeitkontrolle griff der Ahrtaler Spieler fehl und stellte zweizügig seinen Turm ein. Diesen konnte Pishanidar aber gar nicht mehr gewinnen, denn schon kurz nach Ausführung des Zugs, gab sein Gegner auf.

Damit war der Mannschaftssieg schon sicher. Doch die Bretter 3 und 1 wollten noch was an dem Ergebnis ändern. An Brett 3 waren die Ahrtaler wertungsmäßig etwas besser und an Brett 1 deutlich besser aufgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt gingen die Partien schon vier Stunden lang und waren entsprechend schon in einem fortgeschrittenen Stadium.

Nach etwa einer weiteren halben Stunde konnte jedoch Franz Nachtsheim an Brett 3 den Fehler seines Gegners entscheidend ausnutzen und setzte den Trend für die Andernacher fort. 5:0, ein wirklich sensationelles Zwischenergebnis!

Vorbei war der Mannschaftskampf aber noch lange nicht. An Brett 1 konnte Kevin Weirauch in einem Läuferendspiel trotz eines Minusbauern einen deutlich aktiveren Läufer vorweisen. Sein wertungsmäßig deutlich überlegener Gegner aus Ahrtal sah sich gezwungen, zwei Bauern herzugeben, um Gegenspiel zu bekommen.

In einem gegen Ende remisträchtigen Endspiel schätzte der Spieler mit den weißen Steinen den Remisweg als schlechter für sich ein. Er nahm die passivere Rolle ein und gab somit den Vorteil an Schwarz. Doch sollte das Spiel nicht auf dem Brett entschieden werden. Die Schachuhr zählte stetig runter und so kam es dazu, dass Weirauch mit den schwarzen Steinen auf Zeit gewann. Beide Spieler waren sich aber einig, dass es auch stellungsgemäß am Ende das richtige Ergebnis war.

In einer Herkulesleistung konnten die Andernacher somit den 6:0-Kantersieg vollständig machen und stehen somit zwei Spieltage vor Schluss mit 14 von 16 Mannschaftspunkten und 32 Brettpunkten auf Platz 1 der Bezirksrangliste.

Die Ahrtaler bleiben jedoch die engsten Verfolger mit zehn Mannschaftspunkten. Andernach braucht noch ein Mannschaftsremis aus zwei Spielen, um den Titel heimzufahren. Ob sie dies können, wird sich am 17. März auswärts gegen Remagen-Sinzig III und am 7. April daheim gegen die Schachfreunde aus Polch zeigen.

Sollten die Andernacher das schaffen, wäre das in drei Jahren der dritte Titel. Die Ausgangslage für den Hattrick ist definitiv sehr gut.

Der Schachverein „Runder Turm“ Andernach trifft sich jeden Donnerstag Abend von 18 – 20 Uhr im

Rheintor (Ecke Mauerstraße) zum Training. Anfänger, Fortgeschrittene und Spieler aller Stärken und Altersklassen sind gerne willkommen.

Schachclub 1924 Kettig Alle drei Mannschaften erfolgreich

Kettig. Alle drei Mannschaften haben ihre Spieltage im Februar absolviert. Die Erste kam in Lahnstein zu einem wichtigen 5:3-Erfolg und liegt derzeit mit 5:7 Punkten auf dem 7. Tabellenplatz in der 2. Rheinland-Pfalz-Liga.

Die Zweite scheint ihren Stotterstart vergessen zu haben; in Volkesfeld trennte man sich von der Truppe Fit, Step by Step mit 2,5:2,5. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto ist man derzeit Dritter in. der A-Klasse.

Relativ am besten steht die Dritte in der B-Klasse da. Zuhause besiegte man die fünfte Garnitur von Remagen-Sinzig mit 3:1. Mit der gleichen Mannschafts- und Brettpunktzahl wie Nickenich V ist man geteilter Tabellenzweiter.

Die nächsten Termine: 3. März Erste gegen Remagen II; 17. März Grafschaft gegen Dritte.

Interessierte Kinder und Jugendliche, auch Anfänger, sind zum Jugendtraining eingeladen, das freitags ab 17 Uhr im Clubraum in der Weißenthurmer Str. 1 stattfindet. Auskunft erteilt Elmar Zimmer, Tel. (0 26 37) 56 12.

Schachclub Talentschmiede Ahrtal Wechselvolle Partie in Ochtendung

Kreis Ahrweiler. Die erste Mannschaft des Schachclubs Talentschmiede Ahrtal kommt in der Rückrunde noch nicht richtig in Schwung. Nach dem zweiten Unentschieden in Folge in der Bezirksklasse beträgt der Rückstand auf den Tabellenführer und Abonnementssieger aus Andernach bereits zwei Mannschaftspunkte.

Dabei waren die Rollen am siebten Spieltag gegen die Schachfreunde Ochtendung klar verteilt. Die Ahrtaler wollten als Tabellenzweiter gegen das Schlusslicht gewinnen, um das Titelrennen weiter offen zu halten.

Doch ohne die stärkste Mannschaftsaufstellung entwickelte sich das Spiel zu einer wahren Achterbahnfahrt. Die Ahrtaler ließen ihren Spielertrainer Thorsten Kammer, der auch Mitglied in Ochtendung ist, pausieren. Dieser musste dann mit ansehen, wie der frischgebackene Qualifikant für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der U18, Roman Windscheif, früh eine Gewinnstellung auf dem Brett hatte, diese aber zum Verlust verdarb. Umgekehrt verlief die Partie am Spitzenbrett. Jürgen Kaster war mit Bauernnachteil aus der Eröffnung gekommen. Im Turmendspiel konnte er seine Bauernmehrheit am Damenflügel konsequent nutzen und den Mannschaftskampf ausgleichen. Jonas Naumann am vierten Brett spielte eine solide Partie und nutzte dann den ersten groben Fehler seines Gegners zum entscheidenden Materialgewinn.

An den übrigen Brettern war der Ausgang alles andere als klar. Mannschaftsführerin Elisa Naumann remisierte als nächste. Sie hatte mehrere Möglichkeiten ausgelassen, die gegnerische Dame zu erobern, erarbeitete sich aber immer wieder Gewinnmöglichkeiten. In Zeitnot bot sie Remis an, was ihr Gegner dankend annahm. Das Remis an Brett 3 von Julian Köhler, dem erfolgreichsten Punktesammler der Talentschmiede und derzeit Führenden in der Brettwertung an Brett 4, war die beste Partie des Tages. Julian opferte einen Turm für eine Leichtfigur und kompensierte dies mit einem starken weißfeldrigen Läufer. Der Ochtendunger verteidigte seine Königsstellung umsichtig, gab das Mehrmaterial zurück und erreichte ein verdientes Remis. Nun ruhten die Hoffnungen der Ahrtaler auf Luca Häusler, der seine schlechte Stellung verteidigen würde, um den Mannschaftssieg zu sichern. Doch diesmal reichten seine Verteidigungskünste nicht aus und er musste sich geschlagen geben.

„Das war ein unnötiges Mannschaftsremis“ kommentierte Spielertrainer Thorsten Kammer, „denn wir haben zwar bis zum Ende an allen Brettern gekämpft, aber wir haben so viele -auch leichte- Fehler gemacht wie in der bisherigen Saison nicht. Auch hier hat sich gezeigt, dass in unserer Klasse jeder jeden schlagen kann, und das müssen wir in drei Wochen gegen den Titelfavoriten Andernach auch beweisen“.

SC Brohltal Weibern I: SC ist Tabellenführer

Weibern. In der 6.Runde der A-klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel empfing die 1.Mannschaft des SC Brohltal Weibern Verfolger SpVgg Kalenborn im Saal der Robert-Wolff-Halle in Weibern. Durch ein klares 3,5:1,5 führen die Brohltaler die Tabelle mit weisser Weste von 10:0 Punkten weter an, bei einem Spiel weniger vor Nickenich mit 8:4 Punkten und Kalenborn mit 6:6 Punkten auf Platz 3.

Zunächst gewann Robert Damiani an Brett 4 gegen Erik Hupperich. Er spielte mit Weiss die italienische Eröffnung. Durch ein Bauernopfer startete er einen riskanten Angriff auf den Königsflügel. Hierdurch wurde sein Gegner zu Fehlern verleitet und die weisse Dame konnte auf h5 eindringen. Wenige Züge später drohte Matt und der Kalenborner gab auf.

Dann punktete Mike Kutzner an Brett 5 gegen Thorsten Pesch. Sein Gegner machte im 15.Zug einen Fehler, so konnte er einen Springer gewinnen und im 17.Zug einen weiteren Springer. Im Endspiel konnte er den gegnerischen König so fesseln, das dieser nur noch ein Feld hatte. Nach dem 37.Zug gab Pesch auf.

Nun remisierte Pietro Gaudenti an Brett 1 gegen Rainer Koss. Mit Schwarz spielte er auf e4 die skandinavische Eröffnung. Nach 5 Zügen stand er bereits ausgeglichen. Sein Druckspiel führte zu einer besseren Stellung. Als die Brohltaler mit 2:0 führten, willigte Gaudenti gerne auf ein Remisangebot seines Gegners ein.

Die Mannschaft führte bereits mit 2,5:0,5 als Mathias Koslowski seinem Gegner Hilmar Kretzer ein Remisangebot machte. Da er besser stand und einen Mehrbauern hatte, nahm Kretzer an. Auf e4 spielte Koslowski die sizillianische Verteidigung c5 und bot keine Angriffsfläche. Er gewann einen Bauern und hatte Möglichkeiten das Spiel für sich zu entscheiden. Er bot aber remis, da so der Mannschaftssieg feststand.

Schließlich spielte Erwin See gegen den führenden der Bestenliste der A-klasse Jürgen Mölders unentschieden. Er eröffnete wie meistens mit der englischen Partie. Ausgehend der Eröffnung verlor er einen Bauern. Im Mittelspiel hatte er dann eine versöhnliche Phase, wo er einen starken Druck auf den König aufbauen konnte. Da übersah er einen erzwungenen Tausch Läufer gegen seinen Turm. Sein Glück war, dass der Läufer wichtiger war als der Turm.

Die Stellung war recht kompliziert und hätte noch einiges an Zeit verschlungen. Aber zu diesem Zeitpunkt stand der Mannschaftssieg bereits fest, die Kontrahenten einigten sich auf remis. Stellungsmässig stand See besser aber materialmässig im Hintertreffen.

Im nächsten Spiel ist man zu Gast beim Tabellenschlusslicht Ochtendung, alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Überraschung.

Auch die 2.Mannschaft ist Tabellenführer, in der B-klasse. Gegen die Talentschmiede Ahrtal gab es ein klares 3,5,05. An Brett 1 gewann Mike Kutzner gegen Dr. Robert Kaufmann, an Brett 3 siegte Franz Fröhlke gegen Nils Wichert und an Brett 4 schlug Wolfgang Kutzner Fjodor Jung. Alfons Hilger remisierte an Brett 2 gegen Ben Klatt.

Die Tabelle führt man mit 10:0 Punkten an, vor Kettig mit 9:1 Punkten und Nickenich ebenfalls mit 9:1 Punkten. Am 25.Februar geht es auswärts gegen die 4.Mannschaft der Nickenicher.